Lolita,  Nähen

Speed-Nähen: Noir JSK

Ich glaube, Speedy Gonzales würde vor Neid erblassen, wenn er wüsste, was ich getan habe: innerhalb eines Wochenendes ein ganzes Kleid samt Futter und Reißverschluss nähen.
Am letzten Juni-WE ereignete sich mein Nähmarathon und es entstand ein komplettes JSK. Aber wie kam es dazu? Nun, da mein Cosplay schon fertig war, stand nix mehr auf meiner Agenda und ich überlegte mir, was ich eigentlich so alles auf der Ani anziehen könnte. Schnell fiel mir auf, dass ich von den sommertauglichen Kleidern keines hatte, was ich nicht schon letztes Jahr auf der Veranstaltung getragen habe (mein Lady Grey JSK und Viola OP). Tja, klingt nach einem typischen Frauenproblem und das ist es auch. Aber die Lösung ist relativ schnell gefunden: Ich nähe mir einfach etwas neues, das die sommerlichen Temperaturen, die meist zur Ani vorherrschen, trotzen kann.
Nun, eine Idee hatte ich sogar, und zwar fiel mir schon vor Jahren das 2WAY JSK von Moitie ins Auge. Der Schnitt ist sehr ungewöhnlich für Lolita, da der Ausschnitt so wahnsinnig tief ist, skandalös tief! Noch nie gesehen in der Lolitawelt und komplett gegen alle Normen. Schließlich ist die Mode alles andere als reizend. Aber keine Angst, Moitie kombiniert das Kleid mit einer blickdichten Bluse. Der außergewöhnliche Schnitt schafft aber einen komplett anderen Look, der mir persönlich sehr gut gefällt. Durch den fehlenden Stoff im Brustbereich ist es auch etwas luftiger und somit erträglicher im Sommer. Das Design für mein neues Kleid ist hiermit gefunden!
– Die Materialien –

Wie gewohnt ändere ich aber das Design.Der Stoff ist ein anderer, anstatt in Schwarz nahm ich eines in Nadelstreifen. Außerdem veränderte ich den Ausschnitt, der jetzt nicht mehr ganz so tief endet, indem ich das „Bauchband“ breiter mache und somit mehr nach oben ziehe. So endet der Ausschnitt nicht auf Nabel-, sondern etwa knapp unter Brusthöhe. Ich plane als Details eine kleine Schnürung über die Brust und ebenso im Rücken ein und nähe ebenfalls wie beim Original einen Einsatz für die Lücke, aber bei mir ist er aus Spitze. Das Schnittmuster habe ich wie üblich selbst erstellt.

Dadurch, dass das Oberteil relativ wenig Stoff benötigt, war da Nähen recht zügig. Ich musste nur im Vorderteil etwas knobeln, weil das Zusammensetzen der Teile, Brustteile und Bauchband, sowie das Einnähen der Falten und das Futter eine etwas andere Reihenfolge verlangt.

Nachdem das Oberteil komplett war, kümmerte ich mich um das Rockteil. Hier ist es der klassische Rechteck-Rock mit Unterrock. An dem Unterrock nähte ich die Spitze an, die unten am Saum hervorlugen wird. Außerdem nähte ich in der Seitennaht meine heiß geliebte Seitennahttasche ein! Sie sind einfach super praktisch und ich nähe sie immer ein, wenn es möglich ist.

Rock gerüscht an das Oberteil nähen, nahtverdeckten Reißverschluss anbringen, Futter komplettieren und fertig ist das Kleid. Da es relativ wenige Details hat, ging es super flott. Für den Spitzeneinsatz nahm ich die restliche Spitze vom Saum, legte es doppelt und nähte an den Seiten je einen Streifen vom Stoff an. An diese Streifen und am Ausschnitt nähte ich von Hand Druckknöpfe an, um den Einsatz nach Bedarf einzusetzen oder abzunehmen. Die Spitze, die ich an der Oberkante des Oberteils rundherum angenäht habe, habe ich so ausgewählt, dass durch die Bögen ein Satinband durchgezogen werden kann. Auf diese Weise habe ich die Schnürungen eingezogen.

Beim nächsten Mal zeige ich euch die Bilder vom fertigen Kleid! Für einen Namen habe ich mich übrigens auch schon entschieden: Noir JSK.
Nun der Schnitt erinnert mich stark an Pin Up und an die Kleidung der Hollywood-Schauspielerinnen aus der Film Noir-Ära. Die Noir Filme sind bekanntlich auch in Schwarz/Weiß, und da der Stoff ebenfalls das gleiche Farbschema hat, fiel mir relativ schnell dieser Name ein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.