Samtoberteil mit Puffärmeln

Das Oberteil ist ein simpler Schnitt, der sich für elastische Stoffe wie Nicki, Sweat oder dehnbare Samtstoffe eignet. Hier wurde er aus Elastic Velvet genäht. Stehkragen und gepuffter Oberarmbereich geben dem einfachen Design das gewisse Etwas. Im Rücken sorgt ein verstürzter Schlitz für bequemes An- und Ausziehen und der Kragen wird mit Haken und Augen verschlossen. Das Oberteil eignet sich für ein Outfit im Lolita-, Gothic- oder Steampunk-Stil oder dank dem dezenten Puff auch für den Alltag.

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Das Oberteil passt einer Größe XS-S, bzw. folgenden Maßen:

  • Brust 88 cm
  • Taille 75-78 cm
  • Hüfte 83 cm (ca. 5 cm unterhalb der Taille)
  • Schulterweite 37 cm
  • Armlänge 54 cm
  • Unterarmumfang 26 cm
  • Halsumfang 32 cm

Materialien:

  • Stoff, 100 x 150 cm
  • Passendes Nähgarn
  • Jerseynadel
  • 2 Paar Haken und Augen
  • Overlock (optional)
  • Grundausstattung (mehr dazu hier)

Hinweise:

  • Die Overlock ist optional, aber empfehlenswert, um elastische Stoffe zu verarbeiten. Hier wurde sie nur zum Versäubern verwendet. Nähen und zeitgleich Versäubern ist aber möglich. Alternativ könnt ihr die Stoffkanten im Zickzackstich versäubern. Die Nahtzugabe ist 1 cm und im Schnittmuster bereits enthalten.
  • Den Stoff nur mit elastischen Stichen nähen, wie etwa der Dreifach-Geradstich oder ein schmaler Zickzackstich.

Anleitung

Zuschnitt

Für das Oberteil benötigt ihr folgende Schnittteile: Vorderteil, Rückenteil, Oberärmel, Unterärmel, Beleg und Stehkragen. Die Vorlagen könnt ihr mithilfe der Schemazeichnungen selbst anfertigen. Die Zeichnungen sind nicht proportional korrekt, sie dienen eher als optische Referenz.

Zeichnet zuerst den grauen Kasten um den Schnitt und zeichnet anhand der Abstände das Schnittteil zu. Beim Halsausschnitt ist es wichtig, dass an der vorderen/hinteren Mitte ein rechter Winkel ist. Die Fadenläufe sind immer parallel zu den Seitenkanten des grauen Kastens.

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Aus dem Stoff 1x Vorderteil im Stoffbruch, 1x Rückenteil im Stoffbruch, 2x Oberärmel, 4x Unterärmel, 2x Stehkragen und 1x Beleg zuschneiden. Alle Markierungen übernehmen. Achtet beim Zuschneiden von Samt oder Nicki, dass die Strichrichtung immer nach unten zeigt (mit dem Fadenlauf)!

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Tipp:
Streicht einmal parallel zur Wekbante über den Stoff: Ist es glatt, dann seid ihr in Strichrichtung. Ist es rau, dann seid ihr gegen die Strichrichtung. Am besten gut erkennbar auf dem Stoff markieren, bevor ihr zuschneidet.

Oberteil nähen

Als erstes den Brustabnäher im Vorderteil gemäß Markierungen rechts auf rechts stecken und nähen. Zu Spitze hin die Naht nicht gerade auf die Falzkante zulaufen lassen, sondern als leichte Kurve annähern. So vermeidet ihr die Tütenbildung an der Abnäherspitze. Gut verriegeln und für den zweiten Abnäher wiederholen. Nach unten legen und stecken.

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Vorder- und Rückenteil rechts auf rechts legen, die Schulter- und Seitenkanten stecken und nähen. Nahtzugaben an den Schulter- und Seitenkanten zusammen versäubern und zurückschneiden, sodass sie ca. 5-7 mm breit sind .

Ärmel vorbereiten

Die Seitenkanten von einem Unterärmel rechts auf rechts nähen, das ist die Außenseite. Mit dem zweiten Unterärmel für die Innenseite wiederholen, dabei ist die Nahtzugabe ca. 1,3 cm breit. Der Stoff ist relativ dick und durch den etwas schmaleren Unterärmel wirft die Innenseite keine Falten, wenn der Ärmel auf dem Unterarm liegt. Nahtzugaben zurückschneiden. Die Innenseite markieren, damit es zu keinen Verwechslungen kommt.

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Außen- und Innenseite rechts auf rechts stecken und die schmale Unterkante nähen, dabei die Nahtzugaben auseinanderlegen und die Nähte sind passgenau. Fertigen Unterärmel auf rechts wenden. Für die letzten, beiden Unterärmelteile wiederholen, um insgesamt ein Paar zu erhalten.

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Oberärmelseitenkanten rechts auf rechts nähen. Die Nahtzugaben wie zuvor zusammen versäubern und zurückschneiden. Die Hälfte der Oberärmelunterkante und Unterärmeloberkante markieren. An der Unterärmeloberkante zusätzlich die Viertel markieren. Oberärmelunterkante rechts auf rechts an die Unterärmeloberkante stecken, die Markierungen für die Hälfte sowie die Nähte sind passgenau. So anstecken, dass der Oberärmel glatt anliegt, abgesehen zwischen der Markierung und ca. die hintere Viertelmarkierung. Die Mehrweite des Oberärmels kräuseln, dabei die Falten gleichmäßig verteilen.

Tipp:
Die Kräuselung könnt ihr entweder von Hand einfalten oder mithilfe von Rüschennähten arbeiten. Eine Rüschennaht ist eine Naht mit maximaler Stichweite, die nicht verriegelt wird. Anschließend an dem Oberfaden ziehen, das andere Fadenende festhalten und der Stoff rüscht sich.

Ärmelteile rundherum zusammennähen. Wenn vorhanden, Rüschennaht entfernen. Nahtzugaben wie vorhin versäubern und zurückschneiden. Für den zweiten Ärmel wiederholen.

Ärmel annähen

Die Mitte der Armkugel markieren. Ein Ärmel rechts auf rechts an einem Armausschnitt stecken. Die Armkugelmitte ist dabei an der Schulternaht und die Seitennaht ist bündig mit der Ärmelnaht. Darauf achten, dass der Ärmel richtig herum angenäht wird. Der gerüschte Bereich der Oberärmelunterkante ist hinten. Den Oberärmel glatt an den Ausschnitt stecken, außer zwischen den Markierungen. Dort wird die Armkugel gekräuselt und so angesteckt. Ärmel rundherum annähen. Nahtzugaben wie gehabt versäubern und zurückschneiden. Für den zweiten Ärmel am anderen Armausschnitt wiederholen.

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Rückenschlitz verstürzen

Falls noch nicht geschehen, die Schlitzlinie im Beleg und Rückenteil von links übertragen. Beleg rechts auf rechts an die hintere Mitte im Rückenteil stecken oder heften, sodass die Linien passgenau sind. Achtet darauf, dass die Belegoberkante die Halsausschnittkante vollständig bedeckt. Beleg steht an der hinteren Mitte etwas hervor. Von der Kante aus um die Schlitzlinie nähen, sodass ein Abstand von 2-3 mm um die Linie ist.

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Den Stoff zwischen Linie und Naht im sehr schmalen Zickzackstich vorab versäubern. Stofflagen gemäß Linie einschneiden, dabei die Naht und auch möglichst die Versäuberungsnaht nicht zerschneiden. Belegoberkante passend zum Rückenteil zurückschneiden.

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Beleg auf links wenden und so den Schlitz verstürzen. Schlitz prüfen, ob alles passt. Beleg wieder auffalten und die schmale Nahtzugabe an den Schlitzkanten auf den Beleg legen und von links aufnähen. Am einfachsten geht es im schmalen Zickzackstich und versuchen, nicht die Schlitznaht zu treffen. Das runde Schlitzende auslassen.
Beleg auf links falten und am Halsausschnitt bündig feststecken. Den Beleg am unteren Schlitzende von Hand mit einigen Stichen an das Rückenteil festnähen.

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Stehkragen nähen

Stehkragenteile rechts auf rechts legen und die kurzen Seitenkanten so stecken, dass ein Teil 2-3 mm jeweils hervorschaut. Dadurch wird die spätere Innenseite kürzer und wirft nachher keine Falten. Die Unterkante der kürzeren Innenseite 1 cm auf links falten und stecken. Stehkragen an Seiten- und Oberkante nähen. An den Ecken 1-2 Stiche schräg nähen, das macht das Wenden einfacher.

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Eine Nahtzugabe an der Oberkante auf die Hälfte zurückschneiden, die andere so belassen. Dadurch wird das Auftragen verringert. Die Nahtzugaben an den Ecken abschneiden. Auf rechts wenden und Ecken ausformen.

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Die Außenseite des Kragens rechts auf rechts an den Halsausschnitt stecken, sodass die Seitenkanten bündig mit den Schlitzkanten sind. Am besten zuvor die Mitte des Kragens und des vorderen Halsausschnittes markieren, damit sie beim Anstecken aufeinanderliegen. Nähen und darauf achten keine Falten einzunähen.

Nahtzugaben in den Kragen legen und die eingeschlagene Unterkante der Innenseite von innen auf die Ansatznaht stecken, sodass die Unterkante 2-3 mm über diese Naht hinausragt. Von rechts die Kragenansatznaht im Nahtschatten nähen, um die Innenseite zu schließen. Nahtschatten bedeutet, dass ihr so knapp wie möglich auf dem Oberteil neben der Kragennaht näht. Durch den Stoff könnt ihr ertasten, ob die Naht die eingeschlagenen Innenkante erwischt.

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Von Hand die beiden Hakenpaare auf der Innenseite des Kragens nähen, ein Paar oben und ein Paar unten über dem Schlitz.

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Saumkante versäubern (nicht zurückschneiden), 3 cm auf links einschlagen, stecken und knappkantig absteppen. Fertig ist das Oberteil!

Varianten:

  • Für mehr Poof im Oberärmel müsst Ihr nur die Breite der Vorlage ändern. Schneidet das Schnittteil längs in der Mitte durch. Klebt die Teile parallel mit gewünschtem Abstand auf Papier, verbindet Ober- und Unterkante und schneidet das neue Teil aus.
  • Für etwas mehr Länge an den Ärmelteilen gibt an der Unterkante des Oberärmels und an der Oberkante des Unterärmels Länge dazu. Je nachdem, welches Teil länger werden soll.
  • Ist der Unterärmel zu schmal, verbreitet die Oberkante passend zu eurem Unterarmumfang sowie die Unterkante passend zur eurem Handgelenkumfang. Vergisst die Nahtzugabe nicht! Damit der Unterärmel auch schön eng anliegt, könnt ihr von euren Umfängen ca. 1 cm abziehen. Je elastischer der Stoff, desto mehr geht ab.
  • Um den Stehkragen anzupassen, könnt Ihr an den kurzen Seitenkanten Breite abziehen oder dazugeben. Beim letzteren achtet ihr darauf, dass die neuen Seitenkanten ca. parallel zu den alten sind. Der Halsausschnitt muss dementsprechend auch kleiner oder größer werden. Dafür den Kreis gleichmäßig enger oder weiter anzeichnen. Misst dann Halsumfang und Kragenunterkante ab. Sie müssen nach Abzug der Nahtzugaben identisch sein.
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